• Jürgen A. Lang

Die Welt nach Corona

Quelle: https://www.zukunftsinstitut.de/


"Es gibt historische Momente, in denen die Zukunft ihre Richtung ändert. Wir nennen sie Bifurkationen, oder Tiefenkrisen. Diese Zeiten sind JETZT." Matthias Horx, Mär-20


REGNOSE: Im Gegensatz zur Prognose schauen wir mit dieser Technik nicht in die Zukunft, sondern von der Zukunft aus zurück ins Heute.

Kling verrückt? Versuchen wir es einmal.


Stellen Sie sich folgendes vor: Es ist September-2020, Wir sitzen in einem Café, es ist warm und auf der Straße bewegen sich wieder Menschen. Bewegen Sie sich anders? Ist alles so wie früher? Schmecken der Wein, der Café wieder wie früher, vor Corona? Oder sogar besser? Worüber werden wir uns rückblickend wundern?


Nach einer ersten Schockstarre fühlten sich viele von uns sogar erleichtert, dass das viele Rennen, Reden und Kommunizieren plötzlich zu einem Halt kam.

Verzichte müssen nicht unbedingt Verlust bedeuten, sondern können sogar neue Möglichkeitsräume eröffnen.

Paradoxerweise erzeugte die körperliche Distanz, die der Virus erzwang, gleichzeitig neue Nähe.

Familie, Nachbarn, Freunde sind näher gerückt...

JETZT. Im Herbst 2020, herrscht bei Fußballspielen eine ganz andere Stimmung als im Frühjahr, als es jede Menge Massen-Wut und -Pöbeleien gab.

Wir wundern uns warum das so ist.


Wir wundern uns auch, wie schnell sich plötzlich Tele- und Videokonferenzen als durchaus praktikabel und produktiv herausstellten.

Das Home-Office wurde für viele zu einer Selbstverständlichkeit.


Das Virus brachte eine neue Kultur des Langtelefonierens hervor. Man kommunizierte wieder wirklich. Man hielt niemanden mehr hin. So entstand eine neue Kultur der Erreichbarkeit und Verbindlichkeit.


Wir wundern uns, wie weit die Ökonomie schrumpfen konnte, ohne dass ein "Zusammenbruch" erfolgte.


Als wäre die Wirtschaft ein atmendes Wesen, das auch dösen oder schlafen und sogar träumen kann.


HEUTE, Im Herbst 2020, gibt es wieder eine Weltwirtschaft. Aber die globale Just-in-time Prouduktion, mit riesigen verzweigten Wertschöpfungsketten, bei denen Millionen Einzelteile über den Planeten gekarrt werden, hat sich überlebt.


Überall in den Produktionen und Service Einrichtungen wachsen wieder Zwischenlager, Depots, Reserven, Ortsnahe Produktionen beginnen zu boomen, Netzwerke werden lokalisiert, das HANDWERK erlebt eine Renaissance.

Das Globalsystem driftet in Richtung GLOKALISIERUNG: der Lokalisierung des Globalen.


Wir wundern uns, dass in der Nach-Corona-Welt Vermögen plötzlich nicht mehr die entscheidende Rolle spielt. Wichtiger sind gute Nachbarn und ein blühender Gemüsegarten.


Könnte es sein, dass das Virus unser Leben in eine Richtung geändert hat, in die es sich sowieso verändern wollte?


Eine der stärksten Visionen, die das Coronavirus hinterlässt, sind die musizierenden Italiener auf den Balkonen. Die zweite Vision senden uns die Satellitenbilder, die plötzlich die Industriegebiete Chinas und anderen frei von Smog zeigen.


2020 wir der CO2-Ausstoß der Menschheit zum ersten Mal fallen.

Diese Tatsache wird etwas mit uns machen.


Wenn das Virus so etwas kann - können wir das womöglich auch?

Vielleicht war das Virus nur ein Bote aus der Zukunft.

Seine drastische Botschaft lautet.


Die menschliche Zivilisation ist zu dicht, zu schnell, zu überhitzt geworden.

Sie rast zu sehr in eine bestimmte Richtung, in der es keine Zukunft gibt.

Aber sie kann sich neu erfinden.


SYSTEM RESET. COOL DOWN. SO GEHT DIE ZUKUNFT.


Quelle: Zukunftsinstitut Österreich GmbH


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